Am 21. Juli dieses Jahres erscheint die deutsche Übersetzung von Ochsenkopf im Zsolnay Verlag. Die Übersetzung stammt von Ruth Löbner, die zuvor unter anderem Werke von Gijs Wilbrink und Lucas Rijneveld übersetzt hat. Als sie mir einen ersten Teil ihres deutschen Textes vorlas, war das für mich – gerade auch als Übersetzer – ein bewegender Moment.
Es heißt, manche Maler betrachten ihre Gemälde auf dem Kopf, um zu erkennen, was daran nicht stimmt – und genauso fühlte es sich für mich an, trotz meiner begrenzten Deutschkenntnisse: Es war eindeutig mein Text, den ich hörte, aber zugleich so verändert, dass ich ihn mit viel mehr Distanz und Objektivität wahrnehmen konnte.
Zsolnay Verlag war der erste Verlag außerhalb der Niederlande, der es wagte, die Übersetzungsrechte an Ochsenkopf zu erwerben, und dafür bin ich ihm sehr dankbar. Ich freue mich sehr über die wunderschöne Umschlaggestaltung und hoffe, dass sich das deutschsprachige Publikum in „meinen“ Rensing hineinversetzen kann, der so vieles will und mit allem scheitert.
Ochenkopf, Übersetzt von Ruth Loebner. Zsolnay Verlag, 23,00 €. ISBN 9783552075948. Eine Leseprobe finden sie hier.
Rensing junior brennt für die Welt der Fleisch- und Wurstwaren, schon als Kind hilft er dem Vater in der Metzgerei. Er will alles moderner und effizienter machen. Noch wichtiger aber ist ihm die Qualität des Fleisches, nur das allerbeste ist gut genug für seine Kunden. Doch genau für diese Kunden fehlt ihm jedes Gespür. Stur versucht er seine Ideale zu verwirklichen, aber als immer mehr Dorfbewohner an seinem Geschäft vorbei zum Supermarkt gehen, wird sein Leben zunehmend zum Kampf eines einsamen Metzgers gegen den Rest der Welt ...
»Ochsenkopf« ist ein tragikomischer Roman über einen leidenschaftlichen Menschen, der an sich selbst und den Veränderungen um ihn herum scheitert. Und Manik Sarkar fesselt die Leser:innen mit seinem bestechend unterhaltsamen Stil.